Allet außer Schinken

Darling, don’t you go and cut your hair. Do you think it’s gonna make him change?

Posted in Uncategorized by Tante Grazie on Juli 20, 2009

Das Sommerloch scheint perfekt. Offensichtlich gibt es nichts zu reden, und nichts zu debattieren. Was macht man da? Man redet über Sport. Oder über Sex. Oder über die Frisur. Oder man macht einen Sport daraus, über Intimfrisuren zu reden. Das kann man dann auch wunderbar auf eine politische Ebene bringen, denn schließlich wissen wir alle, intimrasierte Frauen können keine Feministinnen sein, da sie ihre natürliche Sexualität in Form von krausen Haaren, die gerne mal ausfallen und in sich dann in allen Ecken des Badezimmers verteilen, als ekelhaft empfinden. Oder noch schlimmer: Sie haben sich von der Pornoindustrie inspirieren lassen und opfern ihre Haare dem im Grunde pädophilen Mann, der sie unterdrückt.

Seit Wochen werde ich auf diversen Kanälen mit Debatten über Schambehaarung beschallt.  Die Cosmopolitan sagt: Der Trend geht zurück zur Intimbehaarung (wenngleich auch nicht in Nena-artigen Naturkrause), während  spiegelonline noch beängstigt ist von der ach-so-neuen Welle der unbehaarten Pornojugend. Scham wegen Haar in der Zeit, und haarige Zweifel bei Prof.Foxy.

Dabei wird natürlich überwiegend über die Intimfrisur von Frauen gesprochen. Dass es genug Männer gibt, die sich ebenfalls ihrer Behaarung (an Achseln, Brust und Intimbereich) entledigen, scheint keine Information wert zu sein. Kein Wunder, denn daraus kann man nicht so einfach eine hochpolitisierte Nachricht schustern. Schließlich sind es ja die Frauen und Mädchen, die so ein problematisches Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Sexualität haben und daher meinen ihren Intimbereich enthaaren zu müssen. Da passen Männer, die teilweise auch weit über 30 sind, gar nicht ins Bild. Außerdem reden sie nicht darüber und das vermutlich nicht, weil sie verunsichert sind, sondern, weil das Problem kein Problem ist, und es Wichtigeres gibt, als über die Schambehaarung von anderen Menschen zu spekulieren. Zum Beispiel: Sport.

Mich persönlich interessieren fremde Muschis auch nicht, mich interessiert es auch nicht, irgendwelche Mode- oder von mir aus auch gesellschaftlichen Trends zu feministischen Themen zu machen. Aber vielleicht, haben sich unsere Mütter ebenso aufgeregt, als sich Frauen irgendwann angefangen haben, die Beine und Achseln zu rasieren. Inzwischen ist auch das ein gesellschaftliches Muss, und wer es nicht tut, wird in der Badeanstalt oder sonst wo von vielen schief angeguckt.

Das Problem ist ja nicht, dass sich irgendwer irgendwo irgendwas rasiert. Und es geht auch nicht darum, Frauen zu ermutigen, die Haare zu behalten oder zu entfernen oder sonst was.  Das Ziel ist doch eigentlich, jedem oder jeder das Selbstbewusstsein zu vermitteln, dass er oder sie mit dem eigenen Körper genau das machen kann, was er oder sie nun mal will.  Dass es Trends und Mehrheiten gibt, vor denen man sich gegebenenfalls rechtfertigen muss, ist natürlich irgendwie immer klar.  Nur:  Scheiß drauf! Soll sich doch aber jeder zuerst an die eigene Muschi fassen, anstatt andere zu be- und verurteilen.

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2 Antworten

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  1. aero said, on September 1, 2009 at 3:26 pm

    Ob Jochen Distelmeyer sich wohl „da“ unten rasiert?

    • Tante Grazie said, on September 2, 2009 at 12:52 am

      Lieber Aero,
      leider habe ich keine weiteren Informationen, ob Jochen Distelmeyer „untenrum“ Haare trägt. Meine Vermutung ist: Ja, er tut es, da er nicht im typischen Alter ist für Intimrasuren. Wie du ja aus persönlicher Erfahrung weißt, gibt es da allerdings auch Ausnahmen. Alles Spekulation also.


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